Warum gibt es keine Pauschalpreise?

Aus unserer mehr als zwanzigjährigen Erfahrung wissen wir, dass jeder Fall unterschiedlichen Aufwand bedeutet. Erst nach einer Diagnose des defekten Mediums im Reinraumlabor ist eine seriöse Aussage und ein darauf basierendes Angebot möglich. Dieses ist für uns verbindlich und wird auch immer eingehalten. Regelmßig erhalten wir Fälle, die andere Datenretter, die unter anderem mit Pauschalpreisen arbeiten, dem Kunden als „unrettbar“ zurückgegeben haben. Das liegt möglicherweise daran, dass diesen Unternehmen der Aufwand für die Datenrettung, die zum Pauschalpreis angeboten wurde, zu hoch war. Bei datenrettung.at werden Sie so eine Vorgangsweise nicht finden.
Wenn ihre wertvollen Daten noch vorhanden sind, retten wir diese bei Interesse auch.

Was ist ein Headcrash?

Von einem Headcrash spricht man, wenn die Schreib-/Leseköpfe der HDD Festplatte auf der Oberfläche der Magnetscheiben aufschlagen. Dadurch können eine Reihe von Schäden auf den sehr empfindlichen Datenträgern auftreten.

Im einfachsten Fall spricht man von einem „Spot“, also einem einzelnen punktförmigen Einschlag auf der Oberfläche. Diese Schäden sind in der Regel begrenzt, es kommt jedoch darauf an, an welcher Stelle der Spot auftritt. Es können in seltenen Fällen auch Spots in besonders relevanten Speicherbereichen auftreten, die massiven Datenverlust nach sich ziehen.

Ein schwierigerer Fall ist das Bilden von „Kerben“ auf der Oberfläche. Diese hinterlassen oft Schäden an der Oberfläche, die wie konzentrische Kreise aussehen. Hierbei können Teile der Schicht abgetragen werden.

Im schlimmsten Fall sind bereits große Teile der Magnetschicht zerstört bzw. nur noch als Partikel vorhanden. Diese Fälle haben eine sehr schlechte Prognose, jedoch kann man teilweise noch Teile der Daten rekonstruieren.

Wie funktioniert ein Schreib-/Lesekopf?

Der Schreib-Lesekopf (Head) dient zum Schreiben und Lesen auf der Magnetschicht der Festplatte. Moderne Festplatten haben in der Regel ein bis acht Köpfe (in 2,5“ Bauform) bzw. ein bis achtzehn Heads (in 3,5“ Bauform), nämlich ein oder zwei pro Magnetscheibe. Im Normalfall schweben die Schreib-/Leseköpfe auf einem dünnen Luftpolster über der magnetischen Oberfläche, der durch die Rotation der Platte zustande kommt. Berührt ein Kopf jedoch die Magnetschicht, spricht man von einem Headcrash. Schon ein Staubpartikel in der Größe von einigen Nanometern kann ausreichen, um einen Headcrash zu erzeugen. Ein Öffnen der Festplatte durch Laien kann schwere Schäden nach sich ziehen.

Die Köpfe selbst können sich bei modernen Platten binnen ein bis zwei Millisekunden positionieren. Im Vergleich zu elektrischen SSD-Flashspeichern ist diese Latenz aber immer noch eine Ewigkeit.

Woran erkenne ich einen Headcrash?

Oft kündigt sich ein Headcrash durch ungewöhnliche Geräusche an, die die Festplatte erzeugt. Dazu gehören Klackern, Kratzen, Brummen oder Surren. Es kann auch sein, dass die Platte gar keine Geräusche mehr von sich gibt. Allerdings gibt es auch andere Schäden, die solche oder ähnliche Symptome zeigen. Dazu kommt, dass die Symptome von Hersteller zu Hersteller verschieden sind.

Ein Headcrash kann erst nach dem Öffnen der Festplatte in einem Reinraumlabor durch einen spezialisierten Techniker sicher diagnostiziert werden.

Welche Arten von Datenverlust gibt es?

  • Hardwareschäden
    Schäden an der Oberfläche, Schäden an den Schreib-/Leseköpfen, Lagerschäden, verbogene Spindel, Schaden an elektronischen Komponenten, Prozessoren oder Speichermodulen.
  • Physische Schäden durch Feuer oder Wasser
  • Softwareschäden
    Datenverlust durch Löschen, Formatieren, teilweises oder vollständiges Überschreiben, Aufspielen einer Recovery CD, Neuinstallation, Viren oder Trojaner. Ausführen von Scandisk, FSCK oder CKDSK kann oft den Schaden noch vergrößern.
  • Sabotage oder vorsätzliche Datenvernichtung

Häufig zieht ein beginnender Defekt an der Hardware einen Softwaredefekt nach sich, bzw. zeigen sich erste Symptome durch Softwarefehler, die jedoch von einem Hardwarefehler verursacht wurden.

Eigene Rettungsversuche durch den Anwender gehen oft mit einer Verschlechterung der Prognose einher. Das gilt vor allem für das Ausführen von Dienstprogrammen wie Scandisk, checkdisk oder fsck.

Wie erkenne ich eine Hardwareschaden?

Alarmsignale sind:

  • Geräusche
  • Geruchsentwicklung
  • Fehlermeldungen wie „Fehler beim Smartstatus“, „Datenverlust beim Schreiben“, „Fehler beim Lesen“ oder „Platte wird im BIOS nicht erkannt“.
  • Sie erhalten wiederholt einen Bluescreen
  • Es kommt laufend zu Abstürzen
  • Dateinamen enthalten plötzlich kryptische Zeichen auf

Welches Risiko habe ich bei einem Selbstversuch?

Es besteht die ernste Gefahr, dass durch Selbstversuche der Schaden noch vergrößert wird. In der Regel kann man davon ausgehen, dass sich durch einen gescheiterten Selbstversuch der Schaden und somit der Aufwand zur Datenrettung um ein vielfaches vergrößert, die Chancen auf eine vollständige Rettung aber gleichermaßen sinken.

Diese Gefahr besteht insbesondere bei:

  • Kopieren, trotzdem die Platte bereits Geräusche macht
  • Ausführen von Scandisk, chkdsk oder FSCK
  • Unsachgemäßer Tausch der Elektronik
  • Öffnen der Platte außerhalb eines Reinraumlabors
  • Kühlen der Platte im Kühlschrank (dies wird manchmal fälschlicher Weise im Internet empfohlen)
  • Ausführen von Software oder Neustart des Systems

Wie kann ich das Risiko eines Selbstversuchs einschätzen?

Ohne genaue Analyse und entsprechendes Know-How ist das Risiko unüberschaubar. Bereits am Telefon können die Techniker von datenrettung.at bereits gewisse Defekte ausschließen. Eine genaue und seriöse Prognose ist jedoch erst in unserem Labor möglich.

Wie verschicke/transportiere ich eine Festplatte?

Die Festplatte sollte antistatisch verpackt werden. Dies geschieht durch eine spezielle antistatische Verpackung, die im EDV-Handel erhältlich ist. Auf Wunsch können wir Verpackungsmaterial beistellen. Alternativ eignet sich auch klassisches Zeitungspapier.

Sind mehrere Platten vorhanden, müssen diese vor dem Ausbau genauestens nummeriert oder gekennzeichnet werden. Es muss klar nachvollziehbar sein, wo welche Platte angeschlossen und montiert war.

Danach sollte die Festplatte in einer, besser jedoch zwei mit Schaumstoff ausgelegten Kisten stoßsicher verpackt werden. Lieber zu viel als zu wenig Schutz für ihre Daten!

Ich habe ein persönlich zugeschnittenes RAID-System, können Sie dennoch die Daten retten?

Ja! datenrettung.at hat alle am Markt gängigen Controller mit Reverse-Engeneering-Technologie untersucht, die Algorithmen analysiert und in eine eigene Software implementiert um die Datenverteilung zu linearisieren. Aufgrund unserer jahrelangen Erfahrung – insbesondere mit RAID-Systemen – können wir praktisch bei allen RAID-Systeme Daten retten.

Kann man verschlüsselte oder komprimierte Daten wiederherstellen?

Solange die entsprechenden Zugangsdaten (zB BitLocker-Wiederherstellungskey) und Softwareversion vorrätig und bekannt sind, ist eine Datenrettung von verschlüsselten Datenträgern mit Hardwarefehlern kein Problem!

Ich habe die Platine oder die Stecker an der Harddisk beschädigt, sind die Daten verloren?

Nein, den wir verfügen über ein Ersatzteillager von mehr als 14.000 Einzelteilen. Üblicherweise sind die gängigen Ersatzteile für eine Reparatur bereits bei uns auf Lager. Wenn nicht, beschaffen wir diese.

Wie lange dauert eine Datenrettung?

Die Dauer einer Datenrettung ist von zwei Faktoren abhängig:

  • Dringlichkeitsvorgabe des Kunden
  • Schwierigkeit des Falles

Im Notfall arbeiten wir auch 24 Stunden, sieben Tage die Woche an der Lösung des Falles. Bei zeitunkritischen Fällen dauert es mit zwei bis vier oder fünf bis acht Tagen etwas länger, dafür wird es finanziell günstiger. Qualitativ gibt es zwischen den Varianten jedoch keine Unterschiede, jeder Fall und jeder Kunde wird mit der gleichen Sorgfalt bedacht! In seltenen Fällen kann es sein, dass wir ein Ersatzteil trotz eines mehr als 14.000 Teile umfassenden Bestandes nicht auf Lager haben. In diesem Fall ist die Dauer der Datenrettung auch von der Lieferfähigkeit der Hersteller bzw. der Lieferanten abhängig.

Wieso ist das richtige Ersatzteil so wichtig? Wieso soll ich keine Bauteile selbst tauschen?

Bei Festplatten kann es leider oft vorkommen, dass trotz identer Modellnummern dutzende Submodelle existieren. Um diese zu erkennen, bedarf es Erfahrung, professionellen Wissens und umfangreicher Recherchen. Zudem sind solche Daten meistens nicht einmal bei den Herstellern selbst dokumentiert. Es müssen jedoch alle Bauteile exakt mit dem defekten Modell übereinstimmen, um einen erfolgreichen Tausch vornehmen zu können. Ein unsachgemäßer Austausch eines Bauteiles kann zu weiteren schwerwiegenden Defekten führen bzw. den schon vorhandenen Schaden erheblich vergrößern.
Ein Tausch der Elektronik kann z.B. einen Verlust der sogenannten adaptiven Parameter auf dem Datenträgern führen. Danach sind Datenträger nicht mehr ansprechbar. Adaptive Parameter sind bei der Produktion für jede einzelne Platte (Individuum) geschriebene Werte (z.B. Parameter der Schreib-/Leseköpfe), ohne denen eine Inbetriebnahme des Datenträger nicht möglich ist.
Vertrauen Sie daher auf die Erfahrung und das Know-how der Techniker bei datenrettung.at!